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Belastung des Arbeitsmarktes durch Globalisierung weniger schlimm als befürchtet

Bisher stand immer die Vermutung im Raum, Niedriglohnländer seien für die hohe Arbeitslosenrate in Deutschland verantwortlich. Nun stellte sich heraus, dass die Vergabe von Arbeiten in Niedriglohnländer nicht viel Einfluss auf die deutsche Arbeitslosigkeitsrate hat. Laut OECD sind die wenigsten Branchen von dieser Befürchtung betroffen und diese können die Wirkung durch entsprechende Flexibilität und Anpassungsfähigkeit schwächen. Dennoch bleiben diese Branchen Problemkinder, da hier mit längerer Arbeitslosigkeit und höheren Lohneinbußen zu rechnen ist als in anderen Branchen. Darum müssen die hier anfallenden Arbeitslosen besonders entschädigt werden.
Allerdings hat Deutschland in diesem Jahr wohl sinkende Lohnstückkosten zu verzeichnen, während die meisten anderen OECD-Staaten hier Anstiege verzeichnen mussten, was eventuell die Auslagerungen der Arbeit einschränken könnte.


Niedriglöhner schaffen entgegen aller Prophezeihungen meist nicht den Aufstieg

Arbeitslose werden oft in Jobs gedrängt, die sehr wenig Gehalt versprechen. Hierbei wird Ihnen verdeutlicht, dass dies der Einstig in ein geregeltes Arbeitsleben ist und der Lohn schon bald von alleine steigt. Nun fand eine Studie der Universität Duisburg allerdings heraus, dass der Aufstieg in besser bezahlte Positionen in der Regel nicht geschafft wird. Die Ergebnisse der Studie gehen sogar noch weiter, indem hier festgestellt wurde, dass die meisten der Niedriglöhner bereits nach weniger als einem Jahr wieder arbeitslos waren.
Diejenigen, die einen Aufstieg schaffen lagen Ende der 80er Jahre noch bei jedem Fünften Niedriglöhner. 2005 waren es dagegen schon nur 8,6 % mit weiterhin rückläufiger Tendenz. Besonders hart trifft es hier ältere Menschen, denn diese haben kaum eine Chance, einen Aufstieg zu schaffen und landen so am Ende meist wieder in der Arbeitslosigkeit, bleiben an der Niedriglohnstelle oder steigen sogar auf Mini-Jobs um.

Beitrag zur Arbeitslosenversicherung soll gesenkt werden

Der momentane Beitrag zur Arbeitlosenversicherung soll laut CDU gesenkt werden. Mehrere Mitglieder der CDU sprachen sich für diese Reform aus. Einen bestimmten Beitragssatz haben sie noch nicht im Sinn, allerdings soll die 3 %-Grenze unterschritten werden. Peter Müller, der saarländische Ministerpräsident sprach sich für eine Senkung auf 2,7% aus. Bereits zum Januar soll eine Änderung stattfinden.

Mehr Lehrstellen als Lehrlinge

Im September beginnen wieder die Ausbildungsjahre und obwohl viele Schulabgänger anscheinend Lehrstellen suchen und nicht bekommen, suchen die Unternehmen händeringend nach Azubis. Im ganzen Bundesgebeit, vor allem in Ostdeutschland, sind tausende Lehrstellen für dieses Jahr unbesetzt. Dies Trifft vor allem für die Branchen Einzelhandel, Gastronomie und Bürofachkräfte zu. Die Erklärung könnte sein, dass in sehr vielen Städten weit mehr Lehrstellen angeboten werden als noch in den letzten Jahren. Somit zeichnet sich ein positiver Trend ab für die Suchenden von Lehrstellen.

Deutschland diskutiert über Niedriglohn

Erneut wurde der zu geringe Unterschied zwischen Niedriglohn und Arbeislosengeld kritisiert. Er ist nach Einschätzung von EU- Sozialkommissar Vladimir Spidla zu klein. Spidla spricht sich für eine Senkung der Lohnnebenkosten aus, da man in anderen Ländern possitive Auswirkungen sehen könnte. Arbeit müsse sich lohnen.

Zudem kritisierte der Kommissar den zunehmenden Druck auf die Arbeitslosen. Druck werde keine Veränderung herbeiführen, statt dessen sei eine "gezielte Vermittlung" und "ständige Weiterbildung"
nötig.

Auch der stellvertretende CSU-Chef Horst Seehofer plädiert für einen Lohn, der der sozialen Gerechtigkeit gerecht werde. Er fordert "branchen- spezifische Mindestlöhne". Seehofer lehnt jedoch den "Kombilohn" als
"Geschenk an die Unternehmer" ab. Ebenso lehnt er den von der SPD geforderten allgemeinen Mindestlohn ab, er würde alle Löhne in eine "Abwärtsspirale" führen. Auch der Vorschlag der Union, geringe Einkommen
durch staatliche Zuschüsse aufzustocken, stößt bei Seehofer auf Ablehnung, da Unternehmen dazu verleitet werden könnten, immer geringere Löhne zu zahlen, da der Staat die die Differenz ausgleiche.

Umfragen des Psesphos-Instituts


Deutsche Unternehmen wollen Umfragen des Psesphos-Instituts zufolge trotz der Krise auf dem Finanzmarkt investieren und neue Jobs schaffen. Etwa 36 Prozent der Firmen planen, zusätzliche Jobs zu schaffen, bei den
Großunternehmen sind es sogar 48%. Allerdings unterscheidet sich der Bedarf an Mitarbeitern von Branche zu Branche deutlich. So ist er in der Metallerzeugung sowie im Maschinen- und Fahrzeugbau sehr hoch (45 Prozent der Unternehmen wollen neue Jobs schaffen), im Baugewerbe dagegen sehr klein (19 Prozent). Es könnte innerhalb derBaubranche sogar zu einem Rückgang der Beschäftigten um etwa 7000 kommen.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist insofern positiv zu sehen, als das die Arbeitslosigkeit im Janur weniger stark anstieg als zunächst erwartet. Sie nahm im Januar um 253.000 auf 3,659 Millionen zu. Die Arbeitslosenquote
beträgt damit 8,7 Prozent.

Besonders im Bereich Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung gibt es der Umfrage zufolge Pläne, die Investitionen zu erhöhen. 46 Prozent der Befragten gaben an, sie wollten mehr investieren.

Arbeitslosenquote unter Physikern

Die Arbeitslosenquote unter Physikern ist laut Dr. Udo Weigelt, Mitglied des DGP (Deutsche Physikalische Gesellschaft), in den letzten drei Jahren stark zurückgegagen. Sie liege bei etwa zwei Prozent. Sowohl jüngere als auch ältere Fachkräfte profitierten vom positiven Wirtschaftstrend.
Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Physiker sank innerhalb eines Jahres um etwa 32 Prozent. Der Großteil der Stellenanzeigen für Physiker (mehr als 75 Prozent) stammen aus Wirtschaft oder öffentlicher Verwaltung, der Rest
von Hochschulen oder Forschungseinrichtungen. Die Bereiche Elektro- Mikro- und Medizintechnik sind besonders gefragt. Insgesamt werden Physiker für die unterschiedlichsten Beriche benötigt.

Auch der Bedarf im Bereich der Personaldienstleistungen und der Zeitarbeit stieg deutlich an. Der Anteil erhöhte sich von etwa fünf Prozent auf etwa 12,5 Prozent.

Weigelt sieht auch weiterhin einen positiven Trend bezüglich der Entwicklung des Arbeitsmarktes. Physiker hätten gute Chancen, einen interessanten Job zu finden. Die Industrie sei auf technische Innovationen angewiesen, für welche die Physik die Grundlagen schaffen werde.

Sind bei Airbus Jobs in Gefahr ?

Geht es nach dem Airbus-Vorstand Gerald Weber, sollen bis zum Jahr 2010 mehr als 3000 Jobs bei Airbus Deutschland gestrichen werden. Europaweit seien bereits etwa 3300 Jobs abgebaut worden. Bezüglich des weiteren Jobabbaus gebe es mit den Arbeitnehmervertretern eine Rahmen-vereinbarung.

Betroffen sind laut Weber vor allem Jobs in den Bereichen Arbeitsvorbereitung, project-controlling, oder im Finanzbereich. Betroffen sind sowohl Leiharbeiter als auch Airbus-Mitarbeiter.

Die Anzahl der Beschäftigten in Deutschland beträgt ca. 22.000, davon 7000 Leiharbeiter. Auf ganz Europa verteilt,
sollen 10.000 Jobs wegfallen.

Gleichzeitig möchte Weber, dass die Produktion des Airbus A380 steigt. Bis Ende 2009 sollen nun monatlich 40 Maschinen gebaut werden, statt wie bisher 34. Davon in Hamburg 22, in Toulouse 16 und im chinesischen Tianjin zwei.

Ab dem jahr 2010 sollen von dem Airbus 380 jährlich 45 Stück ausgeliefert werden.