Existenzgründung für Selbstständige

Bevor Sie sich entscheiden, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen, sollte Sie sich zuvor ausführlich damit auseinandersetzen was Sie sich davon versprechen. Der Grund, einfach nur sehr viel Geld verdienen zu wollen, sollte nicht der einzige sein, da Sie sonst Gefahr laufen, gleich zu Beginn zu scheitern.
Weitere Gründe, um sich selbständig zu machen, wären: Unabhängigkeit, einem Chef nicht unterworfen zu sein, eigene Fähigkeiten besser auszunutzen, einer Arbeitslosigkeit oder dem Altagstrott zu entkommen, aber auch Erfolg haben zu wollen.

Ein sehr wichtiger Punkt jedoch ist, dass Sie eine Firmengründung auch deshalb anstreben, um sich weiterzuentwickeln. Vor allem aber sollten Sie sich im Klaren darüber sein, was es heißt, eine Selbständigkeit in Betracht zu ziehen, denn viele Bedingungen müssen erfüllt sein, um tatsächlich starten zu können. Zu aller erst muss ein ausreichendes Fachwissen und ein angemessener Anteil an Eigenkapital für das geplante Vorhaben zur Verfügung stehen. Damit die anfänglichen Strapazen auf sich genommen werden können, ist es zudem wichtig, physisch und psychisch gesund zu sein.
Mit eisernem Willen kann es dann endlich los gehen.

-Planen der Geschäftsidee-
Zu Beginn muss natürlich eine Idee her, die das beschreibt, was Ihr Vorhaben umfasst und womit Sie später Ihr Geld verdienen. Derart Ideen finden Sie, wenn Sie sich im Marktgeschehen aufmerksam umsehen - es gibt genug Nischen, welche längst noch nicht besetzt sind.
Möglich ist auch, alte Konzepte mit neuen Mitteln zu betreiben, oder Sie nutzen Neuentwicklungen, da der Markt hier noch ungesättigt ist. Ähnlich verhält es sich, wenn Sie neue Trends erkennen. Desweiteren können Sie sich auch mit Spezialisierungen abheben. – Seien Sie also innovativ.
Achten Sie darauf, sich für Produkte oder Dienstleistungen zu entscheiden, die am richtigen Ort platziert und vor allem zur richtigen Zeit angeboten werden. Stellen Sie sich außerdem die Frage, ob die zukünftig angebotene Ware tatsächlich benötigt wird und wie oft das gleiche oder ein ähnliches Produkt bereits zur Verfügung steht.
Um Kosten zu sparen, sollte abgeschätzt werden, in wie weit es sinnvoll ist, weniger Werbemaßnahmen durchzuführen. Wichtig ist auch, zu prüfen, ob ein herzustellendes Produkt mit Lizenzregelungen verbunden ist.

Existenzgründung im Internet
Existenzgründer die Ihre Leistung auch im Web anbieten sollten sich in ein Branchenverzeichnis eintragen.

-Erstellen eines Businessplanes-
Der Businessplan dient nicht nur als Vorlage beim Kreditinstitut, um den entsprechenden Angestellten zu zeigen weshalb sie Ihnen Ihre Unternehmung finanzieren sollen, sondern vor allem ist dieses Konzept Ihre Arbeitsanweisung, an die Sie sich halten sollen. Aus diesem Grund ist es wichtig, einen Businessplan penibel auszuarbeiten. Sollten später Lücken im Unternehmensplan festgestellt werden, müssen Sie diese füllen, indem Sie sie dokumentieren und hinzufügen.
Grundlegend enthält ein Businessplan eine Zusammenfassung, woraufhin die Geschäftsidee detailiert beschrieben aufgeführt wird. Anschließend sollte das Produkt bzw. die Dienstleistung genannt werden und wie die Marktchancen diesbezüglich sind. Als nächstes muss ersichtlich sein, wie sich der Preis zusammensetzt und wie die Werbung und der Vertrieb geregelt werden soll.
Weiterhin müssen Sie festlegen, unter welcher Rechtsform Ihr Unternehmen zukünftig geführt wird, wer die Gründungspersonen sind und wie viele Mitarbeiter und Abteilungen notwendig sind.
Auf jeden Fall sollten Sie Chancen und Risiken gegenüberstellen, damit später eine Risikoanalyse durchgeführt werden kann. Diese wird notwendig, sobald eine wirtschaftlicher Schaden droht.
Selbstverständlich enthält ein Geschäftskonzept alle Finanzierungspläne, welche Sie unbedingt realistisch darzustellen haben; und bringen Sie bei den Anschaffungskosten das Finanzpolster mit ein. Jene Sicherheitsreserve beträgt etwa zehn Prozent der Anschaffungskosten.
Führen Sie die Entwicklung der Finanzwerte auch für die nächsten fünf Jahre auf. Berücksichtigen Sie hierbei, dass Sie im ersten Jahr nach der Gründung meist nur geringe Einnahmen vorweisen können.
Unterlagen, die Ihre Qualifikation bezeugen, aber auch Zeugnisse und sonstige Dokumente, welche Ihr Können verdeutlichen, fügen sie dem Businessplan unbedingt bei.

Falls Sie sich nicht trauen ein Businessplan selbst zu erstellen, wenden Sie sich an einem Anbieter für fertige Konzepte oder wenden Sie sich an einem Steuerberater.


-Möglichkeiten der Finanzierung-
Kein Kreditinstitut wird Ihre Unternehmung finanzieren, wenn Sie nicht selbst Eigenkapital zur Verfügung stellen. Dieses stellt sicher, dass Sie bei geringen Verlusten nicht schon zahlungsunfähig sind. Die selbst beigesteuerten finanziellen Mittel müssen mindestens ein Fünftel des Gesamtkapitalbedarfs, am besten jedoch mehr, betragen.
Prüfen Sie deshalb, ob die Möglichkeit besteht, eigene Sparverträge aufzulösen und ob bis zur Gründung noch Kapital angespart werden kann. Vielleicht können Sie sich sogar Ihren Erbanteil auszahlen lassen oder kennen eine Privatperson, die Ihnen Geld leiht. Selbstverständlich können auch Sachgüter wie Maschinen, Werkzeug aber auch Fahrzeuge mit eingebracht werden. Bedenken Sie diesbezüglich, dass die Chancen bei Kreditgebern höher sind, je mehr Eigenkapital zur Verfügung steht.
Im Groben und Ganzen kommen Sie über eine Fremdfinanzierung nicht herum, da die Anschaffungskosten oft Ihr persönliches Budget übersteigen. Vergleichen Sie deshalb angebotene Leistungen und Konditionen der Banken und kümmern sich rechtzeitig um Verhandlungen mit den erwählten Kreditinstituten.
Äußerst wichtig bei Gesprächen mit der Bank ist, dass Ihr Finanzierungskonzept transparent sein muss, um bestmögliche Chancen zu erlangen. Verhandlungen müssen sachlich angegangen werden - bitten Sie deshalb nicht um einen Kredit, schließlich sind Sie Geschäftsmann bzw. -frau.
Es gibt weitere Kreditarten, die Sie in Anspruch nehmen können. Bei einem Handelskredit gewährt der Lieferant dem Kunden eine meist 30-tägige Zahlungsfrist, damit die Zeitspanne zwischen Absatz und Beschaffung überbrückt werden kann; die Einnahmen werden dann anschließend zum Begleichen des Handelskredites genutzt.
Wenn Sie mit dem Geld des Kunden arbeiten, um eine Herstellung zu finanzieren, spricht man von einer Kundenanzahlung.
Möglich ist auch das Nutzen des Kontokorrentkredites, welcher aber teuer ist, weil hohe Zinsen für die Überziehung des Kontos gezahlt werden müssen.
Tritt der Fall ein, dass Sie aufgefordert werden, einer bestimmten Person eine festgelegte Geldsumme zu einem bestimmten Termin zu zahlen, haben Sie einen Diskontkredit beansprucht.
Der Akzeptkredit ist kein direkt finanzieller Kredit, sondern stellt eine Kreditwürdigkeit dar, die eine bessere Vertrauensbasis gegenüber Banken darstellt, sodass es möglich ist, bessere Bedingungen bei einem in Anspruch nehmenden Kredit zu erreichen.
Auch können Sie Wertpapiere oder Edelmetalle verpfänden, um an Geld zu kommen; dann wird von einem Lombardkredit gesprochen.
Es gibt noch weitere Arten von Krediten, die hier aufgeführt jedoch den Rahmen der Seite sprengen würden. Deshalb sollten Sie sich zusätzlich auch in Unterkategorien oder gesonderte Quellen informieren.

-Der Weg in die Selbständigkeit-
Je nach Rechtsform, unter der Ihre Firma läuft, haben Sie vor der direkten Gründung unterschiedliche Bedingungen zu erfüllen, die Sie bitte den Unterkategorien dieser Seite entnehmen, da das Einbringen hier zu verwirrend erscheinen würde.
Anfänglich müssen Sie damit rechnen, auch wenn bereits Werbung vorausging, dass die Kunden nicht sofort bei Ihnen auftauchen. Setzen Sie dennoch weiter auf Werbemaßnahmen, aber überlegen Sie, ob es sinnvoller wäre, direkte Werbung vorzuziehen, anstatt Massenwerbung zu betreiben. Überzeugen Sie Ihre potenziellen Kunden von den Vorteilen Ihres Produkts und nennen nicht nur die Vorteile.
Sobald Sie mit Ihrer Unternehmung starten, sollten Sie ein betriebliches Frühwarnsystem festlegen, welches zeigt, was zu tun ist, wenn Probleme in wirtschaftlicher Sicht auftreten. Aus diesem Grunde ist es äußerst wichtig, alle Ereignisse zu dokumentieren und ständig unter Kontrolle zu halten.
Um raschen finanziellen Zufluss zu erhalten, müssen Rechnungen schnellstmöglich an Ihre Kunden geschickt werden, sobald das Produkt ausgeliefert wurde. Achten Sie darauf, dass alle wichtigen Daten bezüglich des Zahlungsverkehrs auf den Rechnungen vermerkt sind. Setzen Sie vor allem optimale Zahlungsbedingungen bei den Kunden durch.
Stellen Sie sicher, dass die Buchhaltung ordnungsgemäß vonstatten geht. Bedenken Sie dabei, dass Sie diese nicht nur für das Finanzamt leisten. Je nach Rechtsform können Vorgaben, wie eine Buchführung zu erfolgen hat, unterschiedlich sein.
In jedem Falle muss Ihre Firma richtig und vor allem praktisch organisiert sein, damit einzelne Abteilungen problemlos miteinander verzahnt sind, um wiederum schnellstmöglich produzieren zu können. Erforderlich wird es nach einer bestimmten Zeit sein, derartige Funktionen zu optimieren, weil dann ein höherer Output erreicht wird.
Arbeiten Sie immer sinnvoll. Suchen Sie Mittel und Wege, Wichtiges und Dringendes unter einen Hut zu bringen – unterscheiden Sie jedoch. Bevor Sie sich einer neuen Aufgabe annehmen, beenden Sie erst die begonnene. Setzen Sie Unerledigtes auf eine Prioritätenliste und erstellen Sie Pläne, in denen abzusehen ist, wer welche Aufgaben auszuführen hat. Legen Sie gegebenenfalls Normen fest, wie diese vonstatten zu gehen haben. Vertrauen Sie auf die Kompetenz Ihrer Mitarbeiter. Prüfen Sie, ob erledigte Arbeiten Ergebnisse bringen.
Um dem ständig größer und vielfältiger werdenden Markt gewachsen zu sein, bilden Sie Ihre Mitarbeiter weiter und motivieren Sie sie.

-Gründungsarten-

Sie können entscheiden, ob sie die Unternehmensgründung allein oder gemeinschaftlich durchführen wollen.
Vorteile bei einer Gemeinschaftsgründung sind, dass unterschiedliche Stärken und Schwächen der Partner ausgeglichen werden können. Das heißt, Sie mit z.B. kaufmännischer Ausbildung können sich auf Kundenpflege konzentrieren und ihr Partner, der handwerklich qualifiziert ist, kann für den produktiven Bereich zuständig sein. Zusätzlich können sich zwei Partner gegenseitig vertreten und das für die Gründung notwendige Eigenkapital schneller aufbringen.
Weiterhin ist auch Franchising als Existenzgründung möglich. Hierbei verkauft ein Franchis-Geber gegen eine umsatzabhängige monatliche Gebühr dem Franchis-Nehmer das Konzept einer Unternehmensstrategie. Als selbständiger Unternehmer trägt ein Franchis-Nehmer das volle wirtschaftliche Risiko. Es handelt sich in diesem Falle um eine Art Lizenzvergabe.
Sie können allerdings auch einen bestehenden Betrieb übernehmen, was den Vorteil hat, dass das hergestellte Produkt schon auf dem Markt zur Verfügung steht. Sie übernehmen also einen bereits produktiven Betrieb und haben nicht so viele Anfangsschwierigkeiten im Gegensatz zu einer Neugründung. Auch hier müssen Sie sich im Klaren darüber sein, ob Sie für die Unternehmensnachfolge bereit sind, aber auch, wie die Übergangsphase gestaltet werden soll.
Anstatt einer vollständigen Übernahme, können Sie auch die Möglichkeit einer Beteiligung wahrnehmen. Wie Sie dabei beteiligt werden, hängt davon ab, wie dies vertraglich vereinbart wird. Sie können als stiller Gesellschafter, Kommanditist, OHG-Partner, BGB- oder GmbH-Gesellschafter beteiligt sein.

-Fördermöglichkeiten-
Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf öffentliche Finanzhilfe bei der Hausbank zu stellen. Dieser wird anschließend z.B. an die KfW-Mittelstandsbank weitergeleitet, welche spezielle Startprogramme für Existenzgründer anbietet. Andere Förderprogramme des Bundes und der Länder können selbstverständlich ebenso in Anspruch genommen werden.
Die Voraussetzungen für den Erhalt von Fördermitteln gestaltet sich beinahe ebenso wie die beim Erwerb eines Kredites.
Neben dem Antrag, welcher durch die Hausbank übermittelt wird, sind die fachliche und kaufmännische Eignung wichtig, aber auch die Geschäftsidee und das ausgearbeitete Konzept sowie die Aussichten des wirtschaftlichen Erfolgs. Beachten Sie hierbei, dass Fördermittel betriebswirtschaftlich sinnvoll eingesetzt werden müssen.

Ein wichtiges Ziel eines jeden Unternehmens ist die allgemeine Bekanntheitssteigerung. Mit qualitativ hochwertigen Werbeartikeln bleibt man seinen Kunden und Geschäftspartnern positiv im Gedächtnis.