Arbeitsrecht und Schwangerschaft

Die Verbindung von Kinderwunsch und Berufstätigkeit stellt im Leben einer Frau eine besondere Herausforderung dar. Auch wenn von politischer und gesetzgebender Seite her weiter versucht wird die offensichtlich bestehende Benachteiligung von Frauen in Arbeit und Beruf weiter abzubauen, ist es doch gerade für Frauen in der Schwangerschaft wichtig, über ihre Rechte und Pflichten gegenüber dem Arbeitgeber im Zusammenhangmit der zu erwartenden Geburt eines Kindes Bescheid zu wissen. Grundsätzlich kann allen Frauen geraten werden, mit ihrer Schwangerschaft sehr offen und selbstbewusst umzugehen.

Schwangerschaft und Bewerbung

Wenn sich Frauen bewerben haben sie schon einige Hürden genommen wenn es dann endlich zum Bewerbergespräch kommt. Gern fragen die potentiellen Arbeitgeber nach der Familie und vorhandenem Kinderwunsch, oft auch direkt nach dem Vorliegen einer Schwangerschaft. Zumindest die letzte Fragestellung ist in Vorstellungsgesprächen nicht zulässig und muss auch nicht beantwortet werden. Sieht man einer Frau die Schwangerschaft an braucht diese sich natürlich um diesen Fakt nicht mehr herumzureden. Günstig ist es in solchen Gesprächen mit allgemeinen Antworten zu dienen, um den Arbeitgeber nicht vollends vor den Kopf zu stoßen. Bestätigen Sie dem potentiellen Arbeitgeber eine Schwangerschaft nicht, so kann dieser Sie deswegen später nicht der Lüge bezichtigen, da die Frage danach ohnehin nicht zulässig war. Überlegen Sie jedoch auch, ob Ihr Beschäftigungswunsch mit der Schwangerschaft überhaupt vereinbar ist.

Schwanger im Beruf

Wann Sie dem Chef von der Schwangerschaft berichten bleibt Ihnen selbst überlassen. Günstig ist das natürlich vor dem Sichtbarwerden und vor dem Eintreten des Mutterschutzes. Allerdings sollten Sie die ersten drei Monate getrost abwarten. In dieser Zeit ist die Gefahr einer Fehlgeburt noch recht hoch und das ist dann nicht gerade ein angenehmes Gesprächsthema. Nach dem dritten Monat sollte es dann jedoch bald sein, damit sich auch der Chef auf diesen Umstand einrichten kann und eventuell notwendige Vorkehrungen treffen kann. Grundsätzlich sind Sie bis auf wenige Ausnahmen vom ersten Tag der Schwangerschaft bis zum vierten Lebensmonat ihres Kindes praktisch unkündbar. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Schwangere Frauen bestimmte Arbeiten nicht mehr ausführen dürfen. Dazu zählen körperlich schwere Arbeit, der Umgang mit gefährlichen Stoffen aber auch Schichtarbeit und Arbeit über acht Stunden täglich. Auch Nacht- und Sonntagsarbeit ist dann verboten.

Mutterschutz

Sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin bis acht Wochen nach der Geburt greift dann der gesetzliche Mutterschutz. In dieser Zeit darf von der werdenden Mutter überhaupt nicht mehr gearbeitet werden. Bei Früh- und/oder Mehrlingsgeburten ist die nachgeburtliche Phase sogar bis auf zwölf Wochen ausgeweitet. In der Mutterschutzzeit erhalten Sie dann Mutterschaftsgeld. Dieses setzt sich aus einem Tagessatz der Krankenkasse zusammen, den Rest übernimmt der Arbeitgeber. So kommen Angestellte so ziemlich an ihr vorheriges Nettogehalt. Mutterschutzgeld muss beantragt werden.

Und nach der Geburt?

Nach Ablauf des Mutterschutzes können Mütter wieder in den Beruf zurückkehren sofern sie dies wünschen und die Möglichkeit dazu haben. Dann gelten für die stillenden Mütter dieselben Schutzregeln wie für Schwangere. Die meisten Mütter nutzen nach der Mutterschaftszeit jedoch die Elternzeit bzw. Elternteilzeit. Diese muss jedoch spätesten sechs Wochen vor Ablauf des Mutterschutzes beantragt werden und auch die Dauer muss festgelegt sein. In dieser Zeit bekommen Sie dann Elterngeld, bislang auch als Erziehungsgeld bezeichnet.

Was ist eigentlich Arbeitsschutz genau? In einer modernen und effektiven Arbeitswelt ist die Sicherheit der Arbeiter in einem Unternehmen elementar. Grundlagen hierfür sind sichere Arbeitsbedingungen und auch die Unfallvermeidung spielt eine große Rolle. Weitere Infos zum Thema sind im Internet zu finden.