400 Euro Job

Der 400-Euro-Mini-Job wurde 2003 eingeführt. Zuvor lag die Einkommensgrenze, unterhalb derer keine Steuern und Abgaben für Sozialversicherungen abzuführen waren, bei 325 Euro. Der Arbeitnehmer zahlt bei einem Einkommen unterhalb dieser Grenze keinerlei Steuern und keine Beiträge zur Kranken- oder Rentenversicherung. Jedoch hat er die Möglichkeit, die vom Arbeitgeber gezahlten Beiträge zur Rentenversicherung aufzustocken und seine Ansprüche aus der Rentenversicherung zu verbessern. Der Arbeitgeber zahlt pauschal Abgaben in Höhe von 25%. Diese sind aufgeteilt in 12% für die Rentenversicherung, 11% für die Krankenversicherung sowie 2% Steuern. Ziel dieser Massnahme war es, auch geringer bezahlte Tätigkeiten für Arbeitnehmer interessant zu machen.

Wird der 400-Euro-Job allein oder neben einer rentenversicherungsplfichtigen Tätigkeit ausgeübt, ist er abgabenfrei. Anders verhält es sich, wenn mehrere 400-Euro-Jobs nebeneinander ausgeübt werden und die Einkommensgrenze dadurch überschritten wird. Dann werden die Verdienste zusammengerechnet und die Nebenbeschäftigung wird voll versicherungspflichtig. Auch bei Bezug von Arbeitslosengeld oder ALGII (Hartz4) wird das Einkommen aus dem 400-Euro-Job angerechnet. Bei ALGII sind davon 100 Euro monatlich frei. Vom weiteren Einkommen sind (bis zu einer Grenze von 799 Euro) nochmals 20% anrechnungsfrei. Der Rest wird in der Regel vom ALGII abgezogen. Das heisst, wenn ein ALG-II-Empfänger einen Minijob mit 400 Euro Einkommen ausübt, hat er von seinem Verdienst rechnerisch 160 Euro zusätzlich zum ALGII.

Beim Bezug von Arbeitslosengeld ist zusätzlich zu beachten, dass dieses ab einer Beschäftigungsdauer von mindestens 15 Stunden pro Woche generell wegfällt, egal wie hoch der Verdienst ist. Bei einer Arbeitszeit von unter 15 Stunden in der Woche sind 165 Euro monatlich anrechnungsfrei, darüber wird ein Tel des Verdienstes auf das Arbeitslosengeld angerechnet und abgezogen.

Ein Minijobber auf 400-Euro-Basis hat mit seinem Arbeitsvertrag ähnliche Ansprüche wie ein regulärer Arbeitnehmer: es besteht Anspruch auf Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Allerdings besteht kein Anspruch auf Krankengeld ab dem 43. Tag der Erkrankung. Vorsicht ist auch geboten bei den Sonderzahlungen von Weihnachts- oder Urlaubsgeld. Diese stehen dem Minijobber zwar auch zu, wenn es betrieblich so geregelt ist, jedoch wird dabei möglicherweise die 400-Euro-Einkommensgrenze überschritten und es werden Beiträge zur Sozialversicherung fällig. Zudem ist der Versuch vieler Arbeitgeber, den Minijobber an den Sozialabgaben zu beteiligen, illegal. Allein der Arbeitgeber muss diese Pauschale zahlen.
Für Arbeitnehmer mit einem geringen Einkommen kann so ein Minijob eine Möglichkeit sein, das monatliche Budget aufzubessern. Arbeitsuchende erhalten mitunter in einem Unternehmen ihr Können unter Beweis zu stellen und erhalten die Chance auf einen „richtigen“ Arbeitsvertrag. Leider wird diese Möglichkeit auch von vielen Unternehmen missbraucht um an billige Mitarbeiter zu kommen.
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